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"Inlandsbanan"


Die Inlandsbanan - von den Wäldern Südschwedens durch die Einsamkeit des westlichen Zentralschwedens bis hinauf an den Polarkreis.
Eine einmalig schöne und eindrucksvolle Bahnreise.

Sollte euch auffallen, daß die Inlandbanan (heutzutage) als weiter im Süden in Kristinehamn beginnend vermarktet wird, und nicht erst ab Mora, so sei angemerkt das der größte Teil dieser Strecke im Bus (!) zurück gelegt werden muß und somit für den echten Bahnromantiker außen vor bleibt.

Der "traditionalle" Weg diese Reise zu begehen ist in einem der alten Schienenbus-ähnlichen Triebwagen.

Auszug aus meinem Kurzform-Tagebuch:

02.07.:
Habe an einer etwas abgelegenen stelle am See in Mora gezeltet. Frühstücke im Zelt, Toilettengang bei der TI, dann um 7:50 Uhr Abfahrt der Inlandbanan. Fährt von Mora Strand über Östersund (Übernachtung) bis nach Gällivare. Der Zug ist im Prinzip ein Dieseltriebzug, bestehend aus zwei Teilen.

Erster Eindruck: normaler Triebwagen, Touristenzug, aber durch schöne Landschaft. Kann sich mit der Strecke rauf nach Churchill, oder gar der Branchline nach Lynn Lake nicht messen. Ist einfach zu schnell dafür und läuft zu glatt. Obwohl, man kann die Stöße fühlen.
Keine 10 Minuten später die nächste Schlucht. Um 9 Uhr für 15 Minuten Kaffee-Stop in Älvho. Alle raus um sich einen zu holen.
Fahrplanmäßig in Sveg f
ür einen weiteren 15-Minuten Stop.


Sitz' am Fenster, draußen zieht die Landschaft vorbei. Ich lege Paul Theroux's "The Pillars of Hercules" aus der Hand. Sein "doch das war der Plan von gestern. Ich hatte meine Meinung geändert, und war froh darüber" erinnerte mich an meine eigene totale Änderung aller Pläne gestern.

War dieses nicht der Trip von dem ich so viele Jahre geträumt hatte? Einzig dadurch, daß ich gestern diesen alten aber benutzten Schienenstrang entdeckte fiel es mir wieder ein. "Könnten dies nicht die Gleise der Inlandsbanan sein? Fing die nicht in Mora an, wohin ich jetzt unterwegs bin?"
Doch schon während ich noch auf ihr unterwegs bin - und mir diesen uralten Traum erfülle - beginnt sich bereits ein Neuer zu bilden.
Eine Reise mit diesem Zug im Winter!
Vom Tageslicht des Südens in Lapplands 24-Stunden-Finsternis; bei -30 Grad stapfend durch den bläulich schimmernden Schnee wandern; vielleicht das Polarlicht sehen. Ein Wintermärchen!


In Östersund angekommen kurz in die Stadt. Auf der Suche nach feinen Filzschreibern in rot und grün. Und der Suche nach einer Bleibe. Finde beides nicht. Erst als ich zurück zur Bahnauskunft bin und nachfrage ob es was ausmacht, wenn ich auf dem Bahnsteig übernachte (kein Problem!) kommt mir eine der Damen der Auskunft ins Cafe hinterhergelaufen und meint es gäbe da eine neue JH. Gerade erst eine Woche auf. 200m die Gleise entlang.
Erweist sich als ein Glückstreffer. Um nicht zu sagen ein Juwel.
So klein und nett eingerichtet, und eine so warmherzige Atmosphäre, man fühlt sich praktisch als neu hinzugekommenes Familienmitglied. Dazu sehr ruhig und doch gleichzeitig direkt neben der Bahn gelegen. Ein Glücksfall für jeden Eisenbahnfan.

03.07.:
6 Uhr raus, Frühstücken, Sachen ans Rad, und rüber zum Bahnhof. 7:05 Uhr geht der Zug. Fährt allerdings erst um 7:20 Uhr. Hinter Hoting, vor Vilhelmina: Unheimlich schöne Landschaft. Ich weiß nicht ob dies schon zu Lappland gehört, aber die Landschaft zeigt schon weite Züge davon: die Bäume werden kleiner, größere Flächen von Seen und Mooren tauchen auf, und auch die Sonne sticht wesentlich stärker als im Süden.
Mittagessen in Storuman. Danach in fast stündlichem Abstand ein langer Halt. Sorsele, Arvidsjaur, Moskosel. Und jedes Mal gibt’s Kaffee und Kuchen, ums generell zu umschreiben.